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PRESSEMITTEILUNGEN

„Fake for Real“ – Eröffnung einer neuen Wechselausstellung im Haus der Europäischen Geschichte

24 Okt 2020

Das Haus der Europäischen Geschichte im Parc Léopold in Brüssel zeigt ab dem 24. Oktober 2020 eine neue Wechselausstellung unter dem Titel „Fake for Real: Eine Geschichte der Fälschungen“, die ihre Besucherinnen und Besuchern in die faszinierende und verwirrende Welt der Fälschungen, Täuschungen und Lügen aller Art von der Antike bis zur Gegenwart eintauchen lässt.

Mit Hilfe von geschickt platzierten Spiegeln und labyrinthartigen Übergängen zwischen den Ausstellungsstücken wird deutlich gemacht, dass Wahrheit und Täuschung oft nur schwer voneinander zu unterscheiden sind und im Verwirrspiel des Lebens oft Illusionen die Oberhand gewinnen. Die Frage nach den Techniken des Lügens und Täuschens und nach den Gründen dafür drängt sich auf. Die Kuratorin der Ausstellung, Joanna Urbanek, erklärt: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir manchmal getäuscht werden wollen, dass wir manchmal den Alltag hinter uns lassen und uns in Tagträumen verlieren wollen. Es ist sehr menschlich, Falschinformationen Glauben zu schenken. Aber diese Neigung kann ausgenutzt werden, und das hat manchmal sehr schlimme Folgen.“

Mit über 200 sehr unterschiedlichen Gegenständen aus ganz Europa erzählt die in sechs jeweils chronologisch geordnete Themenbereiche gegliederte Ausstellung faszinierende Geschichten von Täuschung und Lüge: von der ausgelöschten Erinnerung an bestimmte römische Kaiser über manipulierte Biographien mittelalterlicher Heiliger und Erzählungen über Reisen, die nie angetreten wurden, bis hin zu einer fiktiven Armee der Alliierten im 2. Weltkrieg. Gezeigt werden unter anderem Dokumente von herausragender Bedeutung für unsere Geschichte, wie etwa die „Konstantinische Schenkung“ und die Briefe, die für die Anklage gegen Dreyfus verwendet wurden. Sie alle zeigen, wie Gefühle und Meinungen unsere Sichtweise auf die Welt prägen und den Wunsch entstehen lassen können, Ereignisse bewusst falsch darzustellen.

Auch die Kommunikation über die Covid-19-Pandemie und die Desinformationskampagnen hierzu werden in dieser aktuellen Ausstellung thematisiert. Die in jüngster Zeit oft zitierte „Desinfodemie“ ist ein Hinweis darauf, dass wir stets von Wahrheit und Lüge umgeben sind und uns vor allem mit kritischem Denken und zivilgesellschaftlichem Engagement vor Täuschungen schützen können. Der letzte Teil der Ausstellung mit dem Titel „Die Ära des Postfaktischen?“ ist ein interaktiver Raum voller Spiele und Videos, in dem die Besucherinnen und Besucher Fakten überprüfen und entscheiden können, welche Meldungen veröffentlicht werden sollen, und auch die Möglichkeit haben, die Wirkung einer innovativen „Filterblase“ auszuprobieren, um mehr über die Funktionsweise der sozialen Medien zu erfahren.

Als faszinierende Reise zu den Ursachen von Täuschung und Lüge, zu ihren möglichen Folgen und schließlich ihrer Aufdeckung wirft diese Ausstellung ein Licht auf unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft mit all ihrer Komplexität und ihren Widersprüchen. Die Ausstellung ist vom 24. Oktober 2020 bis zum 31. Oktober 2021 im Haus der Europäischen Geschichte in der Rue Belliard 135 in Brüssel zu sehen.